Singen & Sprechen
Karla-Maria Cording versteht Klavierspiel als eine Kunst des Hörens: des Hörens auf andere Instrumente, des Sammelns von Klängen und Ausdrucksformen und eines zutiefst sprachähnlichen Verständnisses von Musik. Ihre Arbeit an der Partitur ist dabei gleichermaßen von geistiger Durchdringung wie von technischer Präzision geprägt – mentale und pianistische Beherrschung bilden für sie eine untrennbare Einheit.
Ihre Ausbildung führte sie an die Musikhochschulen Hannover und München sowie an die Universität Würzburg, wo sie Musikwissenschaft und Musikpädagogik studierte und mit einer Arbeit über Maurice Ravels Gaspard de la Nuit als Magistra Artium abschloss. Kammermusikalische Impulse erhielt sie unter anderem in der Klasse von Prof. Hatto Beyerle. Zu ihren prägenden Lehrern zählen Kirsti Hjort, Marta Sosinska, Vassilia Efstathiadou, Karl-Heinz Kämmerling und Margarita Höhenrieder. Künstlerisch wegweisend waren zudem Begegnungen mit Menahem Pressler und Siegfried Palm.
Über vierundzwanzig Jahre bildete die intensive kammermusikalische Zusammenarbeit den Mittelpunkt ihres künstlerischen Wirkens.
Von 2001 bis 2025 war sie Pianistin des Klaviertrio Würzburg, das sich als feste Größe der deutschen Kammermusikszene etablierte. Mit dem Ensemble erarbeitete sie ein Repertoire von mehr als achtzig Klaviertrios, darunter den vollständigen Beethoven-Zyklus sowie zahlreiche seltener aufgeführte Werke von Saint-Saëns, Weinberg, Krenek, Jadassohn, Ben-Haim und Granados. Konzertreisen führten sie unter anderem zum Würzburger Mozartfest, in den Gasteig München, zur Museumsinsel Berlin, in das Mendelssohn-Haus Leipzig, die Alte Aula Heidelberg, die Maison Heinrich Heine Paris sowie zu Festivals wie dem Hohenloher Kultursommer, den Musikfesttagen an der Oder und dem Oberstdorfer Musiksommer. Gastspiele führten das Ensemble darüber hinaus nach Frankreich, Italien, Österreich, in die Schweiz, nach Schweden, Großbritannien und in die Niederlande.
Beim Label Keferstein Records erschienen CD-Einspielungen des Trios. Aufnahmen wurden von BR, NDR, SWR, WDR, MDR, Radio Bremen und Deutschlandradio ausgestrahlt. Zu den besonderen Höhepunkten zählt die Mitwirkung bei der Verleihung des Deutschen Kulturpreises an Daniel Barenboim in der Münchner Allerheiligen-Hofkirche.
Aus Verbundenheit mit dem Wettbewerb Jugend musiziert, bei dem sie im Alter von achtzehn Jahren als Erstplatzierte den ersten Preis im Bundeswettbewerb samt Sonderpreis errang, engagiert sie sich regelmäßig als Jurymitglied.
Mit großer Hingabe widmet sie sich der pädagogischen Arbeit. Seit 2006 unterrichtet sie Klavier und Kammermusik an der Universität Würzburg und leitet zudem eine Klavierklasse an der Musikschule Tauberbischofsheim.

Pressestimmen
„Karla-Maria Cording verwaltet und inspiriert das musikalische Erbe wie der Riese Fafner den Schatz der Nibelungen. Mit großer Aufmerksamkeit gegenüber ihren Mitspielern, mit schier unbändiger Kraft und atemberaubender Treffsicherheit in den dahinjagenden Klavierpassagen sowie einfühlsamer Anschlagstechnik behütet und entwickelt sie mit großer Hingabe das kostbare musikalische Gut und lässt das komplexe Klanggebilde in den vielfältigsten, auch geheimnisvollen Farben leuchten.“
Neue Osnabrücker Zeitung
„Die Finger von Karla-Maria Cording tanzten währenddessen in einer Geschwindigkeit über die Tasten des Steinway-Flügels, die Normalsterbliche nicht einmal beim ungeduldigen Fingerklopfen auf dem Tische zustande bringen. Bei aller Virtuosität, ließ die Pianistin dank ihrer zugleich gefühlvollen Interpretation Gedanken an Spieltechnik jedoch vergessen. Lediglich wenn sie mitten in schnellen Läufen auch noch schnell ihre Noten umblätterte, fragte man sich: wie macht sie das jetzt auch noch.“
Kieler Nachrichten
„Wunderbar kantabel und leicht war Karla-Maria Cording am Klavier zu hören.“
Neue Osnabrücker Zeitung
„Karla-Maria Cording ist eine ganz großartige Pianistin. Wie sie durch ihre mühelose Technik und ihren so variablen Anschlag ihre Parts gestaltet, konnte nur begeistern. Sie hatte in den drei gebotenen Werken viel Virtuoses, aber auch sehr Intensives und Nachdenkliches auszudrücken, und das machte sie einfühlend und mitgehend.“
Weser-Kurier Bremen
„Im vollen Lebensrausch des Schluss-Satzes entfaltete das Trio gar orchestrale Wirkung, wobei besonders Karla-Maria Cording am Flügel mit Höchstleistung bestach. Doch der Pianistin schien keinerlei Schwierigkeit zu hoch, scheinbar mühelos brillierte sie auch im c-moll-Trio von Mendelssohn Bartholdy, der selbst vor diesem Part als "etwas eklig zu spielen" gewarnt hatte.“
Passauer Neue Presse
„An diesem Abend verschmolzen Kompetenz, perfekte Technik und sensibelste Musikalität zu einer faszinierenden Einheit. Karla-Maria Cording erwies sich am Flügel als brillante Pianistin, deren mühelose Geläufigkeit und klangliche Ausgewogenheit sofort begeisterte.“
Coburger Tageblatt